Ausstellung „Lotte Eckener - Tochter, Fotografin und Verlegerin“

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Die Sommerausstellung 2021, die das Hesse Museum Gaienhofen in bewährter Kooperation mit der literarischen Gesellschaft „Forum Allmende“ veranstaltet, ist der Fotografin und Verlegerin Lotte Eckener (1906-1995) gewidmet. Sie wurde 1906 in Friedrichshafen geboren und war Tochter des bekannten Luftschiffpioniers Hugo Eckener. Nach ihrer Schulzeit zog sie 1924 nach München und besuchte dort die Bayerische Staatslehranstalt für Lichtbildwesen. Es heißt, der Vater habe bei ihr die Freude an der Fotografie geweckt. Nach ihrer Ausbildung orientierte sie sich nach Berlin und arbeitete im Atelier von Alexander Binder. Neben Werbeaufnahmen portraitierte Lotte Eckener Persönlichkeiten, die zur Kunst-, Film- und Literaturszene Berlins gehörten, darunter Josef von Sternberg und Carl Zuckmayer, der sie ermunterte, ihr erstes Buch zu veröffentlichen: „Lotte Eckener. Die Welt der Bäume.
30 Photographien. Mit Gedichten von Walter Bauer“ (Bruno Cassirer Verlag, 1933).
Noch vor der Buchveröffentlichung kehrte sie Berlin den Rücken und entdeckte New York für sich. Hier entstanden fotografische Kompositionen, aus denen eine zeittypische Begeisterung für die „Neue Welt“ spricht. In der Stadt feierte ihr Vater, der „Magellan der Lüfte“, seine größten Triumphe - New York bereitete dem Atlantik-Überquerer mit dem Zeppelin LZ 126 bereits 1924 den ersten Konfettiregen. Auch Lotte Eckener war von den Luftschiffen begeistert. Ihre Aufnahmen gelten als Dokumente und ästhetische Leitbilder des technischen Zeitalters.
1932 ging Lotte Eckener nach Rom zum Studium und widmete sich mit der Kamera der antiken Architektur. Danach begleitete sie ihren Vater auf Reisen nach Java, Bali und Kairo. 1935 erfolgte ihre Heirat mit Paul Simon. Sie wurde wieder am See (in Konstanz) sesshaft und nahm den Namen ihres Mannes an. Bildnisse und Skulpturen von Madonnen gehörten fortan zu ihren favorisierten Sujets.
1949 gründete sie gemeinsam mit Marlis von Schoeller und Martha Koch den Verlag „Simon & Koch“ – das war womöglich der erste von Frauen gegründete Buchverlag im Nachkriegsdeutschland. Zahlreiche Foto- und Kunstbildbände sowie Landschafts- und Kunstpostkarten gehörten zum Verlagsprogramm.
Es ist die erste Ausstellung, die sich nicht nur der Fotografin Lotte Eckener nähert, sondern auch weniger bekannte biografische Details und die Verlagstätigkeit präsentiert. Lotte Eckener entwickelte am See ein vielschichtiges Netzwerk. Der Maler Otto Dix war ein Freund – er porträtierte ihren Vater –, Hermann Hesse widmete ihr sogar ein Gedicht.
Die letzten Lebensjahre verbrachte sie im Konstanzer Altenstift Rosenau, wo ebenfalls eine kleine Ausstellung zu sehen sein wird. Kuratiert werden die Ausstellungen von Dorothea Cremer-Schacht, Waltraut Liebl-Kopitzki und Siegmund Kopitzki.

Eröffnung: Sonntag, 28. März 2021, 11.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 28. März - 27. Juni 2021

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http://www.hesse-museum-gaienhofen.de

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