Buchen

Ausstellung: Der Flug der Libelle. 40 Jahre Verlagsgeschichte

„Diese Verlegerei gibt sich gern humorvoll - meint es aber zugleich ernst“

Das Hesse Museum Gaienhofen hat die Ausstellung Der Flug der Libelle. 40 Jahre Verlagsgeschichte  eröffnet.

Die Ausstellung dauert an bis 16.02.2019 und kann Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden. Ab 1.11. gelten reduzierte Öffnungszeiten: Freitag und Samstag 14 bis 17 Uhr und Sonntag 11 bis 17 Uhr. Weitere Informationen sind beim Hesse Museum Gaienhofen erhältlich, Tel.: +49/(0)7735 / 440949, www.hesse-museum-gaienhofen.de, hesse-museum@gaienhofen.de.

Das Signet auf Libelle-Büchern meint seit der Verlagsgründung 1979 den Rundumblick und einen unvorhersehbaren Zickzack-Kurs. Vierzig Jahre eines entdeckungsfreudigen Flugs, der anfangs in Konstanz, seit 1991 vom Thurgau aus grenzüberschreitend auch mit Wiederentdeckungen den Kulturraum der Bodensee-Region neu konturierte. Gemeinsam blieb den Büchern eine Mischung aus unverwechselbarer Sprache und Buchgestaltung, in der sich kritische Aufklärung mit intelligenter Erheiterung zusammenfand. Mit Erstlingsbüchern entdeckte Libelle so unterschiedliche Autoren wie Bernadette Conrad („Nomaden im Herzen“), Tobias Engelsing („Menschen im Paradies“), Ernst Peter Fischer („Die Welt im Kopf“), Ilse Helbich („Schwalbenschrift“), Angelika Overath („Händler der verlorenen Farben“) und Ulrich Ritzel („Der Schatten des Schwans“). Auch weithin bekannte Autoren wie Arno Borst und Christoph Meckel kamen mit mehreren Werken ins Programm. Zur Kontinuitätsleistung der Verlagsgeschichte zählen u. a. die auflagenstarken Werke des Pädagogen Hans Brügelmann, der Theaterautorin Yasmina Reza und des Mongoleireisenden Fritz Mühlenweg. Libelle-Bücher wurden auch mit Preisen ausgezeichnet: Bodensee-Literaturpreis für Manfred Boschs „Bohème am Bodensee“, Rauriser Literaturpreis für Katrin Seebachers Roman „Morgen oder Abend“, Deutscher Krimipreis für Ulrich Ritzels „Schwemmholz“, Erwin-Schwartz-Grundschulpreis für Heide Bambachs „Erfundene Geschichten erzählen es richtig“, Ehrengabe der Martin-Bodmer-Sttiftung für Jochen Greven. 

Diese Jahresausstellung von Forum Allmende in Zusammenarbeit mit dem Hesse Museum Gaienhofen gehört zu einer Zeremonie des Abschieds, die das Verlegerpaar Ekkehard Faude und Elisabeth Tschiemer seit 2010 mit dem Rückzug von den Buchmessen und dem Verzicht auf gedruckte Vorschauen begann. 2020 erscheinen die letzten Novitäten. Die vielfältige Ausstellung will die oft getrennten Wahrnehmungen eines Verlagsprogramms – Literatur, Wissenschaftssatiren, Bodensee-Kulturgeschichte, Theater, Naturwissenschaft, Lese- und Schreibpädagogik – noch einmal zusammenführen. Dabei wird auch eine Übergangsepoche im rasant verlaufenden digitalen Wandel anschaulich gemacht. Zur Ausstellung erscheint eine Verlagsgeschichte unter dem Titel: „Diese Verlegerei gibt sich gern humorvoll - meint es aber zugleich ernst.“ 40 Jahre Libelle - vom Bleisatz zum Open Access. (Elisabeth Tschiemer (Hrsg.), Libelle Verlag 2019, ISBN 978-3-905707-70-0)

 

Copyright: Hesse Museum Gaienhofen