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Ausstellung Allegorie und Landschaft - Otto Dix als Lithograf

vom 16. März bis 31. Oktober 2019 im Museum Haus Dix
Öffnungszeiten: Di-So 11-18 Uhr, Öffentliche Führungen: Jeden 2. und 4. Sonntag im Monat, jeweils 14 Uhr und 15:30 Uhr‘
Kontakt: Museum Haus Dix, Otto-Dix-Weg 6, 78343 Gaienhofen-Hemmenhofen,
T: +49 (0)7735 / 93 71 60, dix@kunstmuseum-stuttgart.de, museum-haus-dix.de

Westansicht des Hauses, Foto: die arge lola
Westansicht des Hauses, Foto: die arge lola - © Kunstmuseum Stuttgart

Im Atelier: Allegorie und Landschaft
Im Jahr 1940 malte Otto Dix seine Tochter Nelly als Flora. Das junge Mädchen wird zur Personifikation der Göttin des Frühlings und der Jugend. Das blühende Buschwindröschen und die Blüte in ihrer Hand verdeutlichen dies. Im Hintergrund blitzen eine grüne Wiese und der Bodensee auf. Dix hatte sich seit dem Umzug 1936 von Dresden nach Hemmenhofen mit der hiesigen Landschaft vertraut gemacht und nutzte sie nun auch zunehmend für allegorische Darstellungen. Die »Madonna im Wald« (1943), als Hegau-Madonna bekannt, zeigt ebenfalls ein für die Bodenseeregion typisches Landschaftsidyll, in das der Künstler Maria mit dem Christusknaben integrierte. Dieses zentrale Motiv der Kunstgeschichte kehrt in dem Gemälde »Frau und Kind« (1958) wieder. Allerdings wurde es vom Künstler in eine alltägliche ländliche Szene überführt. Das Spätwerk von Dix weist viele aktuelle Sinnbilder religiöser Sujets auf und wendet sich darin gegen die in den 1950er-Jahren vorherrschenden abstrakten Tendenzen in der Malerei der Nachkriegszeit.

Marthas Salon: Otto Dix als Lithograf
Nach einer vorwiegend malerischen Phase in den 1930er-Jahren wendet sich Dix ab 1948 wieder verstärkt der Druckgrafik zu. Bis zu seinem Tod 1969 entstehen über 200 Blätter, hauptsächlich Lithografien. Der Künstler reiste jährlich für mehrere Wochen nach Dresden und arbeitete in der Druckwerkstatt von Alfred und Roland Erhardt an seinen Kompositio-nen. »Es ist […] die Möglichkeit, hier in dieser Werkstatt der Erhardts, in der die Drucker auf jede künstlerische Eigenart und jedes Experiment eingehen, ungestört eine Lithographie wachsen zu lassen.« (Otto Dix im Gespräch mit Fritz Löffler, 1957) Die Lithografie, auch Steindruck genannt, ist ein seit dem 19. Jahrhundert beliebtes Flachdruckverfahren. Die präsentierte Auswahl an farbigen Blättern zeigt, wie der finale Druck in mehreren Schritten entsteht. Dabei wird pro Farbe ein Lithografiestein eingesetzt und das Motiv baut sich Ebene um Ebene auf. Der Künstler erprobte ebenfalls die Wirkung unterschiedlicher Papiersorten, nicht zuletzt mit Blick auf deren Farbigkeit. Das Selbstporträt war ein beliebtes Motiv seiner Grafiken, wobei sich Dix gerne mit ernstem, durchdringendem Blick stilisierte.